Neue Racklau-Donaubrücke konsequent zu Ende denken

Putzke schlägt Tunnel als Entlastungsachse bis zum Klinikum vor

23. Januar 2026

Auf dem Foto (v.l.n.r.): Linda Milutinovic, Jürgen Adamovsky, Nicholas Haug, Georg Steiner, Ruth Stie-nen, Peter Tilch, Sabine Behner, Marvin Voss, Holm Putzke, Johannes B. Doll, Gedi Guzy, Helmut Mixa, Reinhard Braumandl, Joseph Einhell, Andreas Trapp

Die Verkehrslage in Passau ist seit Jahren ein Belastungstest für Anwohner, Pendler und Wirtschaft. Stauereignisse auf den zentralen Achsen sind keine Ausnahme, sondern Alltag: Besonders betroffen sind unter anderem die Abschnitte auf dem Anger, zwischen Franz-Josef-Strauß-Brücke und Schanzlbrücke sowie die gesamte Innenstadt nebst Marienbrücke bis hin zur Innstadt.

Gleichzeitig zeigt die Auswertung des Dialogforums: Der Verkehr in der Region ist zu großen Teilen hausgemacht – auf den Hauptachsen haben 80 bis 90 % des Straßenverkehrs Quelle oder Ziel in der Stadt Passau. Genau hier setzt ein Vorschlag von Stadtrat und OB-Kandidat Holm Putzke an, der Teil ist von mehreren Vorschlägen zur Verkehrssituation: nicht mit der nächsten Debatte über ferne Großtrassen, sondern mit einem konkreten, planbaren Eingriff an der richtigen Stelle.

Der neue Hebel: Brücke ja – aber mit echter Entlastungswirkung

Das Bundesverkehrsministerium hat zuletzt deutlich gemacht, dass Planungskapazitäten auf eine neue Donaubrücke konzentriert werden sollen. Diese überfällige Prioritätsverschiebung von dem faktisch erledigten Vorhaben einer Nordtangente hin zu einer neuen Brücke im Anschluss an die B85 eröffnet nach Putzkes Einschätzung die Chance, die neue Verkehrsachse so zu gestalten, dass sie nicht nur Verkehrs-ströme verschiebt, sondern die Innenstadt und Haidenhof tatsächlich entlastet.
„Wenn Berlin auf die neue Donaubrücke setzt, dann müssen wir in Passau dafür sorgen, dass daraus auch spürbare Entlastung wird – und nicht bloß eine Verlagerung des Problems um ein paar Straßen und Kreuzungen weiter“, erklärt Putzke. „Ich will keine Symbolpolitik, ich will Lösungen, die zeitnah funk-tioniert – planbar, machbar und spürbar.“

Der Vorschlag: Tunnelverlängerung von der Regensburger Straße bis zur Leonhard-Paminger-Straße

Putzke schlägt vor, die neue Brücke zwischen Franz-Josef-Strauß-Brücke und Schanzlbrücke als Startpunkt einer durchgehenden Entlastungsachse zu nutzen – mit einem Tunnel, der im Anschluss an die geplante neue Racklau-Donaubrücke an der Regensburger Straße beginnt, unter den Schienen hin-durchführt und an der Leonhard-Paminger-Straße am Klinikum endet (siehe Skizze: gelbe Linie = möglicher Tunnelverlauf). Das Ziel ist: Der Zielverkehr Richtung Klinikum, Universität und Schulzentrum wird frühzeitig abgefangen und aus Innenstadt, Innstraße sowie Danziger/Neuburger Straße herausgehalten.

„Wer heute zum Klinikum oder zur Uni muss, wird in ein Nadelöhr gezwungen – und genau dieses Nadelöhr reißen wir auf, indem wir die Gelegenheit nutzen und jetzt zugleich die Machbarkeit prüfen und die Trasse mitdenken“, so Putzke. „Wer eine Brücke plant, muss auch den weiteren Verkehrsverlauf planen.“

Förderlogik und Finanzierung: früh klären, sonst wird es später teuer

Aus Sicht Putzkes ist entscheidend, dass die Stadt sich jetzt auch schon mit der Finanzierungs- und Förderlogik auseinandersetzt – denn davon hängen Zuständigkeiten, Verfahrenswege und Förderquoten ab. Wird die Tunnelachse als funktionale Fortführung der Bundesstraße B85 definiert, liegt der Weg grundsätzlich im Bundesrahmen. Wird sie als innerstädtische Entlastungsmaßnahme und kommunale Straße eingeordnet, eröffnet das typischerweise Landes-/Kommunalprogramme – insbesondere über Bayerische Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz, flankiert je nach Ausgestaltung durch Programme für kommunale Straßeninfrastruktur.

„Wir müssen die Förderlogik von Anfang an mitdenken. Denn ob der Bund oder das Land mitfinanziert, entscheidet sich daran, wie wir die Achse definieren und welchen Weg wir formal einschlagen“, sagt Putzke. „Ich will, dass Passau diese Chance nicht nur nutzt, sondern diesen Tunnel wesentlich auch finanziert bekommt. Es ist höchste Zeit, dass Passau auf einem zentralen Problemfeld geholfen wird.“

Warum das innovativ ist – und warum es sich von alten Tunnelideen unterscheidet

In Passau wurden viele Lösungen diskutiert – darunter Nord- und Südumfahrungen, aber auch Tunnelansätze. Der entscheidende Unterschied: Putzkes Vorschlag ist keine neue Großumfahrung, sondern eine kurze, gezielte Entlastungsverbindung dort, wo die Verkehrsströme heute in die Stadt gedrückt werden. Putzkes Ansatz ist infrastrukturell „anschlussfähig“: Er knüpft an ein Projekt an, auf das sich der Bund ohnehin fokussiert (neue Donaubrücke), und ergänzt es um die fehlende innerstädtische Entlastungslogik.

Blick nach Linz: Tunnel funktionieren – wenn man sie als Stadtentlastung konsequent plant

Dass Tunnelprojekte praktisch und wirksam sein können, zeigen Beispiele in Linz. Dort wird mit der A26 (Westring) eine überwiegend unterirdische Verbindung umgesetzt: Ein wesentlicher Teil der Strecke wird in einem Tunnel verlaufen, ergänzt um neue Brücken. Gleichzeitig zeigt Linz auch im Bestand, dass Straßentunnel im Alltag funktionieren – inklusive Sicherheits- und Betriebstechnik sowie klarer Bauphasenplanung, wie etwa beim Mona-Lisa-Tunnel.

Putzke: „Andere Städte beweisen, dass man Verkehr aus sensiblen Stadträumen heraushalten kann – wenn man die Lösung an der richtigen Stelle ansetzt und konsequent zu Ende plant. Genau das will ich für Passau.“

Machbarkeit: technisch prüfbar, planerisch jetzt entscheidend

Das Dialogforum hat ausdrücklich gezeigt, dass Passau belastbare Lösungen nur auf Basis fundierter Gutachten, Verkehrsmodelle und Maßnahmenbündel erreicht. Genau das fordert Putzke nun für die Tunnelachse: eine Machbarkeitsprüfung parallel zur Brückenplanung – inklusive Variantenvergleich, Geologie/Grundwasser, Sicherheitskonzept, Bauablauf unter laufendem Verkehr sowie Abstimmung mit der Bahn wegen der Unterfahrung.

„Das ist kein Fantasieprojekt. Das ist eine saubere Prüfaufgabe: Korridor sichern, Varianten rechnen, Auswirkungen bewerten – und dann entscheiden“, so Putzke. „Wer heute nicht mitplant, baut morgen teuer nach – oder steht wieder im Stau und fragt sich, warum.“

Forderung an Stadt und Freistaat: Korridor sichern, Studie beauftragen, Finanzierung klären

Putzke fordert, dass die Stadt Passau die Chance der neuen Donaubrücke aktiv nutzt und die Tunneloption offiziell in die weiteren Planungs- und Abstimmungsprozesse einbringt.

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