Neustart für Passau statt Hofübergabe

Analyse des bisherigen Wahlkampfs beim FDP-Steckerlfischessen

19. Februar 2026

v.l.n.r. Nicholas Haug, Carmen Geller Brücher, Ruth Stienen, Simona Ortmeier, Helmut Mixa, OB-Kandidat Dr. Holm Putzke, Jürgen Adamovsky, Sabine Behner, Gedi Guzy und Georg Steiner

Nicht die große Bundes- und Weltpolitik beschäftigte die Kandidaten auf der Liste der Passauer Freien Demokraten beim Aschermittwochstreffen in der Kegelhalle. Vielmehr geht es – ganz im Bild des Treffpunkts gesprochen – kommunalpolitisch um „abräumen“. Es geht um „alle Neune“, so OB-Kandidat Holm Putzke. Die Stimmung in Passau steht auf einem Neustart, waren sich die gut zwei Dutzend Kandidaten und Gäste einig. „Ich erlebe überall bei Gesprächen, etwa an den Haustüren, dass der Wunsch nach einem echten Aufbruch da ist.“ Bei den Gesprächen ging es auch um eine Analyse der vier Podiumsdiskussionen mit allen acht Kandidaten. Es sei einfach nicht überzeugend, so der Tenor der Diskussion, wenn man alle sechs Jahre mit den gleichen Themen komme und dann nichts passiert.
Die Sparpolitik unter Jürgen Dupper erweise sich nun als Bumerang. Man habe über 15 Jahre zwar Schulden zurückgezahlt. Aber der Investitionsstau in Schulgebäuden, an Straßen oder bei der Digitalisierung der städtischen Verwaltung sei extrem angewachsen. Zudem habe man die Stadtwerke ausbluten lassen. Mit Sparen, so Putzke sei es nicht mehr getan. Man müsse sich viel stärker um Zuschüsse bemühen oder die Verwaltung durch Digitalisierung verschlanken, weil in den kommenden Jahren ohnehin viele städtische Mitarbeiter in den Ruhestand gehen.

Die Podiumsdiskussionen haben gezeigt, dass Holm Putzke fachlich sehr versiert, rhetorisch eloquent und im Ton verbindend aufgetreten ist. Es wird nun um die Entscheidung gehen, ob der bisherige Stil durch eine einfache SPD-Hofübergabe fortgeführt wird. Dann wird man in sechs Jahren wieder die gleichen Themen wie Verkehr, Wohnen, Gewerbeflächen, Klima oder ÖPNV als unerledigt diskutieren. Als echte und erfrischende Alternative hat Putzke bei den Podiumsdiskussionen gepunktet. FDP-Kandidat Jürgen Adamovsky, der als selbstständiger Landschaftsgärtner tätig ist, brachte es aus seiner Branche auf den Punkt. Ein vermooster Garten muss erst einmal vertikutiert werden, um neu erblühen zu können. Dazu braucht es aber einen neuen und erfrischenden Zugang zur Kommunalpolitik wie Holm Putzke ihn vertritt. Er wäre eine große Chance für Passau waren sich die Teilnehmer einig.

Die FDP wird sich bis zum Wahltermin noch weiteren Themen widmen. Am 23. Februar gibt es um 18.30 Uhr im „Rio“ (Lederergasse 50) einen speziellen Termin für die Innstädter und am 1. März einen Kulturfrühschoppen mit den kulturell besonders kompetenten Kandidaten aus den eigenen Reihen. Dazu zählen Opernsänger Peter Tilch, Malerin Sabine Behner oder Musikwissenschaftlerin Carola Baumann-Moritz. Es wird weitere thematische Treffen geben, etwa zur Inklusion sowie zum Tourismus. Der frühere bayerische Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch, der Impulsgeber für ein Universitätsklinikum in Passau war, wird auf Einladung von Holm Putzke zu einem Gedankenaustausch zur FDP nach Passau kommen.

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